Wenn Barbara Lohrum über Gewalt spricht, wählt sie klare Worte. „Häufig entwickelt sich erst im Jugendalter ein Verständnis für den Gewaltbegriff, umso wichtiger ist es dieses Tabuthema zu brechen und schon im Grundschulalter eine Basis für einen gesunden zwischenmenschlichen Umgang zu legen“, sagt sie. In ihrer Bachelorarbeit im Studiengang Sportökonomie an der Universität Bayreuth – inzwischen studiert sie im Master weiter – untersuchte Lohrum das Gewaltpräventionsprojekt des 1. FC Nürnberg, das gemeinsam mit dem Bayerischen Karatebund und der Frederik-und-Luca-Stiftung entwickelt wurde.
Ihre Aufgabe: Die Wirkung und das theoretische Fundament des Projekts wissenschaftlich zu prüfen und die gesellschaftliche Relevanz von Sportvereinen einzuordnen. Dazu analysierte sie einerseits das schriftliche Konzept mithilfe sportpädagogischer Fachliteratur zu Gewaltprävention; andererseits führte sie Interviews mit den Kursleitern und einem Verantwortlichen aus dem Bereich Community und Membership (Hannes Orth) des 1. FCN. So ergab sich ein umfassendes Bild darüber, wie Prävention in der Praxis funktionieren kann und Potenzial hat wirksam zu sein.
„Es ist schön zu sehen, dass es den Kindern etwas gibt, dass sie etwas mitnehmen“, sagt Lohrum. Besonders beeindruckt hat sie, wie früh das Programm ansetzt: „Damit wird es fest in den Köpfen der Kinder verankert.“
Ein Kurs, der stärkt – wissenschaftlich nachvollziehbar
Der Gewaltpräventionskurs richtet sich an Grundschulen und verbindet Theorie – etwa zu Gefahrenquellen, Aufmerksamkeit oder dem Erkennen von Gewalt – mit praktischen Übungen aus Selbstbehauptung und Selbstschutz. Bis zu 16 Einheiten vermitteln Kindern, was ein „Stopp“ wert ist, wie man sich aus einem Griff befreit und wohin man sich wenden kann, wenn etwas nicht in Ordnung ist.
Hannes Orth, der von FCN-Seiten am Konzept mitgewirkt hat, sagt: „Man merkt richtig, wie die Kinder von Stunde zu Stunde mutiger werden und anfangen, ihre Grenzen klarer zu äußern.“