Mit Beginn des neuen Jahres begrüßt die Universität Bayreuth Jun.-Prof. Dr. Hadeer Elhabashy als neue Juniorprofessorin für Artificial Intelligence in Protein Science. Ihre wissenschaftliche Laufbahn ist geprägt von Interdisziplinarität: Physik, Biophysik und Bioinformatik bilden das Fundament ihrer Forschung. Diese Kombination ermöglicht es ihr, biologische Fragestellungen mit einem breiten Blickwinkel und einer ausgeprägt quantitativen Herangehensweise zu untersuchen.
Bevor sie nach Bayreuth gekommen ist, forschte Elhabashy viele Jahre am Max-Planck-Institut für Biologie in Tübingen, zunächst als IMPRS-Doktorandin, später als Postdoktorandin und Tutorin. Ihre Dissertation wurde 2024 mit dem Wilhelm‑Schickard‑Preis für die beste Dissertation ausgezeichnet und zudem für den Dissertationspreis der Gesellschaft für Informatik nominiert. Sie verfügt außerdem über umfangreiche internationale Forschungserfahrung, die sie an Institutionen wie der American University in Kairo, dem Internationalen Zentrum für Theoretische Physik in Triest, dem Supercomputing Centre in Jülich und dem Gemeinsamen Institut für Kernforschung in Dubna gesammelt hat.
Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Proteine – jene molekularen Akteure, die nahezu alle Prozesse in der Zelle steuern. „Mich interessiert, wie Proteine miteinander kommunizieren, wie sie sich verbinden, organisieren und gemeinsam weiterentwickeln“, erklärt Elhabashy. Besonders fasziniert sie die Entwicklung von KI‑Methoden und computergestützten Werkzeugen, die helfen, biologische Systeme auf molekularer Ebene besser zu verstehen – mit Relevanz für biomedizinische Anwendungen und die menschliche Gesundheit.
Auf die Frage, warum sie sich für die Universität Bayreuth entschieden hat, antwortet sie ohne Zögern: „Die Menschen und das wissenschaftliche Umfeld haben mich überzeugt.“ Die offene, engagierte Forschungsgemeinschaft, die Unterstützung durch die Universitätsleitung und die strategische Stärkung des Bereichs Künstliche Intelligenz seien für sie ausschlaggebend gewesen.
Für ihre Zukunft in Bayreuth hat Elhabashy eine klare Vision: den Aufbau einer vielfältigen, interdisziplinären Forschungsgruppe, die neue Wege in der Proteinwissenschaft beschreitet. Gleichzeitig möchte sie innovative Lehrformate entwickeln, die Studierende frühzeitig mit modernen KI‑Ansätzen vertraut machen. „Wissenschaft trägt Verantwortung gegenüber der Gesellschaft“, betont sie. Deshalb freue sie sich darauf, ihre Forschung auch in die Öffentlichkeit zu tragen und junge Menschen für naturwissenschaftliche Karrieren zu begeistern.